Areal Sängerhalle in Oberbrüden

Vogelperspektive

In Oberbrüden soll nach Abriss der Sängerhalle ein neues Quartier entstehen, so der Wunsch des Gemeinderats.
Der Gemeinderat der Gemeinde Auenwald hat März 2018 Malte Rückert mit einer Visionsplanung hierfür beauftragt.
Es haben vier nichtöffentliche Präsentationen vor dem Gemeinderat in anderthalb Jahren stattgefunden, zwei zu Voruntersuchungen zum Alten Schulhaus und zwei zum Areal mit städtebaulichen, historischen und planungsrechtlichen Themen.
September 2019 fand eine öffentliche Präsentation statt.
Es wurde vorgeschlagen, das Areal für eine Teilnahme an der Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA’27) vorzubereiten.

Bei den Untersuchungen zum Areal wurden bauliche Konzepte in mehreren Varianten vorgestellt, diese auf drei, und dann zuletzt auf zwei reduziert. Im Areal sollen zwei neue Strassen als Sackgassen entstehen, die mit einer temporären Spielstrasse miteinander verbunden sind.
Entlang der Strassen sind wohl um zehn Gebäude möglich. Die Gebäude haben zwei bis drei Geschosse, einige sind mit Aufzügen versehen.
In Anlehnung an dort früher stehende Scheunen, sollen diese an Scheunen erinnern und dadurch dem Quartier einen Charakter verleihen, den eines Scheunenviertels. Die Gebäude sind größtenteils als Hybridgebäude aus einem Stahlbetontragwerk mit Holzfassaden vorgesehen. Alle Gebäude sind als Energiesparhäuser, teilweise auch als Passivhäuser gedacht.

Nutzungen für die geplanten Bauten wurden aus Vorschlägen der Gemeinde, vom Stadtplanungsbüro die Steg, Anwohnern und Bürgerschaft, aber auch von Teilnehmern eines durch die Gemeinde durchgeführten Wettbewerbs für ein Nachbarareal aufgenommen.

Betreutes Wohnen und eine Pflegeeinrichtung, hier als Beherbergung bezeichnet, waren Ergebnisse eines Workshops zur Dorfkernsanierung der Steg. Ein Wunsch nach einer Tagespflegeeinrichtung kam direkt vom Bürgermeisters Karl Ostfalk persönlich.
Jedoch sollen auch bestehende Nutzungen wie eine Jugendeinrichtung, ein Zerrwirkraum der Jäger oder ein Biergarten erhalten oder neu gebaut werden. Entworfen wurde in enger Anlehnung an die Nutzungsanalysen der Steg, jedoch dichter, aber nie höher als Bestandsgebäude im Areal.

Es soll eine Paketstation geben, einen Geldautomaten und einen Informationsaushang der Gemeinde. Sogar ein Backhaus enthält der Entwurf, auch Räume wo ein Metzger sich einmieten könnte, einen Car-Sharing-Platz und eine Elektrotankstelle.
Im Kern des Areals kann vielleicht ein Nachbarschaftshaus entstehen.
Ein Versammlungsraum für 200 Personen wurde als Vorgabe der Gemeinde gewünscht.
Es wurden, im Laufe der Planungsphasen auch Gespräche mit Anwohnern und im Areal ansässigen Vereinen geführt. Bei Recherchen gab es reges Interesse und Zuarbeit vom Heimat- und Kunstverein der Stadt Backnang, aber auch von Privatpersonen, Berufskollegen und Mitarbeitern der Kreis-, VVG-, Stadtplanungs- und Bauverwaltung.

Zu einer Visionsplanung gehört viel Träumerei und Improvisation- manchmal ist nicht ganz klar, wo ein Gebäude stehen soll, oder welche Nutzung es hat.

Dass das Areal Veränderung nötig hat, wird beim Betrachten der Infrastruktur dort klar. Telefonkabel sind dort noch aus Kupfer – High-Speed-Internet sieht anders auch.
Das Areal ist noch nicht mit Strom erschlossen.

Auch sind Bestandswasserleitungen im Areal gebrochen und unterdimensioniert. Ein Ableitungskanal für Schlagregenwasser der Pfarrwiesen hat keinen Notüberlauf.

Die Stadtwerke Backnang haben jedenfalls bereits geholfen, eine Versorgung des Areals mit Ferngas zu prüfen.

Leider ist -auf Wunsch des Bürgermeisteramts- eine Realisierung des Projekts vom Neubau eines Regenwasserrückhaltebeckens Richtung Utzenhof abhängig- noch ist hier Überschwemmungsgebiet.
Doch selbst wenn dieses Rückhaltebecken gebaut ist, leiten Erdaufschüttung entlang der benachbarten Pfarrwiesen deren Hochwasser danach weiterhin ins Areal.
Auch machen eine geforderte barrierefreie Erschliessung und Durchwegung des Areals mit einem Bus eine Regenrückhaltung im Areal unmöglich. Deswegen müssen am Rand der Pfarrwiesen Regenwasserrückhaltungen, wie Überschwemmungsbarrieren, ein Ableitungskanal und ein Tiefplatz als Wasserspeicher Abhilfe schaffen. Energiegewinnung kann im Kanal eines angrenzenden Baches geschehen.

Nach einer Mitteilung Bürgermeister Gemeinde Auernwald von Dezember 2019 ruht das Projekt auf unbestimmte Zeit. Nach einer Mitteilung Bürgermeister Gemeinde Auenwald von April 2020 geht er nun einen Entwicklungsweg ohne eine IBA´27-Beteiligung zu verfolgen.